Die Jaagscher Brücke

Als Mitte Februar, bei 15 Grad Frost und sehr viel Schnee der Landrat Bronius Markauskas in einem Beitrag die sanierte Jaagscher Brücke vorstellte, war es für mich ein Anreiz bei der Gelegenheit diese Brücke ins Augenschein zu nehmen. Nach einem langen und harten Winter warteten wir alle schon auf den Frühling, und im Frühling möchte man hinaus in die Natur. Und wahrscheinlich gehört einer der schönsten Orte unserer Natur zu diesem König-Wilhelm-Kanal.

Die älteren Einwohner von Drawöhnen und Umgebung kennen vermutlich die alte Jaagschen-Brücke bei der Bruckschwa Wiese, die noch aus dem Zweiten Weltkrieg erhalten ist. Lange Zeit war sie vernachlässigt und wurde nicht gepflegt, deshalb beschloss der Landkreis Memel, sie zu sanieren. Es wurde ein Vertrag mit einem Bauunternehmen, geschlossenen Aktiengesellschaft „Tranšiuda“ unterzeichnet, und im November 2023 begannen die Arbeiten. Natürlich wirkt dieses Objekt auf den ersten Blick nicht besonders kompliziert, aber es handelt sich um ein Kulturerbe, weshalb an seine Restaurierung sehr hohe Anforderungen gestellt werden. Nun steht die Sanierung der Brücke kurz vor dem Abschluss: Alle wichtigsten architektonischen und ingenieurtechnischen Konstruktionen wurden bereits Ende 2025 wiederhergestellt. Im Frühling 2026 fand die Eröffnung der Brücke statt, damit unsere Einwohner und Gäste eine deutlich schönere Verbindung und einen leichteren Zugang nach Jaagschen haben. Außerdem sollen Touristen, die den Kanal entlangfahren, eine schöne Aussicht genießen und sich über ein weiteres erhaltenes architektonisches und ingenieurtechnisches Denkmal freuen können. Im Landkreis Memel wurden bis 1904 zehn Brücken über den König-Wilhelm-Kanal gebaut, von denen nur die Jaagscher-Brücke erhalten geblieben ist. Sie ist im Register der Kulturgüter eingetragen. Für die Restaurierung dieses einzigartigen Objekts hat das Litauische Kulturministerium 118.000 Euro bereitgestellt. Allein die Mittel der Kreisverwaltung Memel reichen für den Erhalt des Kulturerbes nicht aus.

Es wird mehr staatliche Aufmerksamkeit für bedeutende Kulturgüter und Infrastrukturobjekte in Städten, Ortschaften und ländlichen Gebieten dieser Art eine stärkere Förderung und Mitfinanzierung benötigt. Die Möglichkeit, eine Finanzierung für die Instandsetzung der Jaagscher-Brücke zu erhalten, ergab sich nach zahlreichen Gesprächen mit dem Kulturministerium. Dieses hat – unter Berücksichtigung der von der Gemeinde dargelegten Finanzierungsprobleme – das technische Erbe Memellandes in die Prioritätenliste der Kulturerhaltungsprogramme für die Jahre 2022– 2024 aufgenommen. Heute sehen wir das reale Ergebnis dieser langen Verhandlungen: Das Kulturministerium hatte Mittel für die Restaurierung der Jaagscher-Brücke bereitgestellt. Gemäß dem vom Kulturminister bestätigten Programm zur Finanzierung von Maßnahmen an unbeweglichen Kulturgütern für die Jahre 2022–2024 wurden für die Restaurierung der Jaagscher-Brücke 68.000 Euro im Jahr 2023 und 50.000 Euro im Jahr 2024 bereitgestellt. Die Jaagscher-Brücke ist ein sehr wichtiges Objekt, befand sich jedoch in einem kritischen Zustand und wurde lange Jahre nicht genutzt, weshalb ihre Instandsetzung und Sanierung unbedingt erforderlich war.

Die Jaagscher-Brücke ist ein sehr wichtiges Objekt, aber in einem gewesenen Notzustand nicht nutzbar, daher war eine Instandsetzung und Sanierung unerlässlich. Für diese Arbeiten wurden mehr als eine halbe Million Euro benötigt. Umso erfreulicher ist es, dass der Antrag auf Finanzierung bewilligt war – Landkreis erhielt externe Zuschüsse, wodurch sich die finanzielle Belastung für den Landkreis sich erheblich verringert hatte. Das Projekt für die Sanierung der Brücke war bereits im Jahr 2022 erstellt. Im Jahr 2023 wurden die Bauaufträge vergeben, und im nächsten Jahr folgten die eigentlichen Bau- und Instandsetzungsarbeiten.

Bei der Sanierung der Jaagschen-Brücke wurden – ohne die Konstruktionen zu beschädigen – die Brückenbeläge demontiert, die metallenen Elemente restauriert und gerichtet, Geländer, Lager, Brückenpfeilern und Widerlagern aus Backstein- und Natursteinmauerwerk Instandgesetzt. Außerdem wurde ein hölzerner Brückenbelag mit einem aufklappbaren Teil für die Durchfahrt von Schiffsmasten eingebaut, und die Brücke wurde neu beschichtet.

Aus Mitteln des Landkreises wurden zusätzlich umfassende Instandsetzungsarbeiten durchgeführt: Es wurde neue Stahlbetonpfahlgründungen im Inneren errichtet, Knotenpunkte der Tragkonstruktion sowie Stahlbetonflügel ergänzt, hölzerne Handläufe und Stabgitterzaunfelder an den bestehenden Geländern angebracht und die Zugänge zur Brücke saniert.

So ist die Jaagscher-Brücke nicht nur zu einem attraktiven, sondern auch zu einem funktionierenden Objekt des unbeweglichen Kulturerbes saniert worden.

Wir wünschen, dass dieses Projekt und diese Maßnahme als Vorzeigeprojekt auch für Sanierung und Instandsetzung weiteren Brückenbauwerken im Memelland über die Minge anregen.

Linus Skwirblies

 

 

König Wilhelm Kanal bei Jaagschen         

                                                                            König Wilhelm Kanal bei Jaagschen                       

 

      

                                                                                                            Messbolzen am Widerlager

 

        

                                     

 

             

                                                                       

Ein aufklappbares Teil sorgt dafür, dass der König-Wilhelm-Kanal auch in Zukunft für Segelschiffe befahrbar bleibt.

 

Das Konstruktionsvollholz wurde von der Gelo Holzwerke aus Weißenstadt, Oberfranken geliefert